Tools to test (3): Tableau

I wrote an English version of this as well, here, on DW’s onMedia blog.

Für alle, die nach einer Alternative zum Datawrapper suchen, könnte Tableau die Software der Wahl sein

 

Tableau ist zwar nicht so intuitiv wie der Datawrapper, dass man direkt loslegen kann, aber dafür bietet das Programm mehr Visualisierungsmöglichkeiten und die Ergebnispräsentation ist anspruchsvoller.

Worum geht es?

Tableau ist ein Tool, mit dem sich Daten in vielen Wegen visualisieren – als Karten, mit Diagrammen oder Grafiken – und auf einem Blatt zusammenfassen lassen – inklusive interaktiver Filter. Alles wird in einer offline-Desktop-Version des Programms erstellt und abschließend online gespeichert. Das Ergebnis kann auf Websites eingebettet und via Social Media geteilt werden.

Ausdauer?

Man braucht mindestens 9:50 Minuten, um das Einführungsvideo anzuschauen:

Nach der Einführung kann man die demonstrierten Sachen nachbauen, aber für alles, was darüber hinausgeht, muss man noch etwas mehr Zeit einplanen, alle weiteren Funktionalitäten zu erkunden.

Um das Testergebnis zu erstellen, habe ich einige Stunden gebraucht, wobei ich zugegeben recht lang gebraucht haben, die World Bank Daten aufzuräumen und so zurechtzusortieren, wie ich sie für mein Tableau-Vorhaben brauchte. [Für alle, die ebenfalls einen Versuch starten wollen: hier ist das Google-Spreadsheet mit der Datengrundlage]

Pro

  • Es gibt großartige Tutorial-Videos, die einem helfen den Weg durch das Programm zu finden – es gibt nicht nur das obige Einführungsvideo, sondern darüber hinaus weitere, die andere Features des Programms erklären
  • Einige Datenjournalisten empfehlen, einen Datensatz in so vielen unterschiedlichen Wegen wie möglich zu visualisieren – um zu vermeiden, Muster zu übersehen. Tableau ist da sehr hilfreich: Sind die Daten einmal hochgeladen, schlägt das Programm mehrere passende Visualisierungen vor, durch die man sich einfach durchklicken kann.
  • Alle möglichen Filter können über drag & drop hinzugefügt werden – sodass das Diagramm sowohl mehr ins Detail gehen kann, aber auch Muster sichtbar werden. Diese Filter sind interaktiv konfiguiert und können mit dem Endprodukt ausgespielt werden.
  • Alles kann angepasst werden: Man kann die Farben ändern, andere Schriftarten auswählen und die Schriftgröße anpassen.
  • All  das geschieht offline. Sobald man Tableau einmal installiert hat, arbeitet man komplett Desktop-basiert. Nur zum Schluss wird eine Internetverbindnung benötigt, da das Produkt online gespeichert wird.
  • Für jedes Thema erstellt man in Tabelau ein „workbook“, dass mehrere Seiten enthält, auf der man die einzelnen Visualisierungen ausklügeln kann. Sobald man mit allen fertig ist, gibt es die groartige Möglichkeit, alle auf einer Seite („Dashboard“) zusammenzustellen. Das ist eine wirklich praktische Sache, weil sich so unterschiedliche Seiten der Daten-Geschichte zusammenhängend erzählen lassen. Hier lassen sich die interaktiven Filter ebenfalls integrieren, außerdem kann man zum Beispiel Überschriften und Beschreibungstexte hinzufügen. Zum Schluss wird das Endprodukt online gespeichert/veröffentlicht, von wo es aus dann eingebettet und geteilt werden kann

Contra

  • Tableu ist leider nicht so intuitiv wie etwa der Datawrapper. Ich hatte zuerst versucht nach der Installation einfach anzufangen, habe aber schnell feststellen müssen, dass ich erst einmal das Einführungsvideo angucken muss, wenn ich nicht allzu viel Zeit verschwenden will
  • Sobald der Datensatz erst einmal hochgeladen ist, kann er nicht mehr im Programm verändert werden. Man muss erst zurück in die Tabelle selbst und dann eine geänderte Version erneut hochladen.
  • Auch wenn es großartig ist, so viel individuell anpassen zu können, ist es nicht so ganz einfach, dass auch zu machen: Etwa die richtige Farbstaffelung der Skala einzustellen, oder die Wert-Grenzen derselben festzulegen. Oder alles via drag&drop auf dem Dashboard zu organisieren (wenn man ein Filter-Element verschiebt, geraten auch alle anderen durcheinander). Deswegen ist ratsam, erst einmal zu überlegen, was wo hin soll und dann anschließend alles zusammenzubauen.

 Fazit

Alle diese Contra-Punkte würden mich nicht davon abhalten, Tableau zu nutzen. Es ist ein interessantes Tool mit einer guten, großen Auswahl an Möglichkeiten – was man natürlich auch verwirrend finden kann. Fur kurzfristige, einfachere Grafiken würde ich vermutlich den Datawrapper bevorzugen. Aber für etwas ausgeklügeltere, detailliertere, auf die ich auch mehr Zeit verwenden kann, würde ich Tableau wählen, weil man mehr mit dem Datensatz herumspielen und ausprobieren kann und am Ende alle Visualiserungen zusammenfassen kann zu einer Geschichte.

Was noch?

Neben dem Datawrapper wäre CartoDB eine weitere alternative Software, mit der man geolokalisierte Daten (interaktiv) visualisieren kann.

Das Ergebnis meines kleinen Test kann hier angeschaut werden.

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