re:publica 2013 Fazit. Und Ausblick: Müssten wir nicht schon weiter sein?

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Meine Erwartungen an drei Tage Nerd-Konferenz haben sich nicht erfüllt. Vielleicht waren sie zu hoch. Aber ich hätte da eine Idee…

Ein Teilnehmer der letzten Session, die ich besucht habe, sagte (sinngemäß) etwas, das für mich sehr treffend die meisten Sessions beschreibt:

Das, was hier besprochen wurde, hätten wir auch schon vor vier, fünf Jahren sagen können – warum reden wir immer noch darüber? Müssten wir nicht schon viel weiter sein?

Diese Frage habe ich mir bei jeder der drei letzten Konferenzen gestellt, die ich besucht habe, und ich hatte gedacht oder gehofft, dass ich sie mir bei der hochgelobten re:publica nicht auch stellen würde. Habe ich aber.

Ich will nicht sagen, dass es nicht auch spannende Vorträge oder pointierte Sätze gab. Aber es gab wenig, von dem ich sagen würde, dass es wirklich neuen Erkenntniswert hat – den ich erwarten würde, wenn so viel Kreativität, Intelligenz, Fähigkeit und Wissen aufeinander trifft.

Kann es eine Konferenz mit nur guten Vorträgen und ergiebigen Diskussionen geben?

Die Keynote von Andreas Schleicher beispielsweise war unterhaltsam, ein sehr guter Redner – aber was wirklich Neues habe ich nicht gehört. Und ich dachte auch, wir wären wirklich inzwischen so weit, dass Grafiken in Vortragsfolien – ob nun Prezi oder Powerpoint – eben so groß sind, dass man auch was erkennt.

Ich finde auch pseudo-gestellte Gespräche furchtbar, wie beispielsweise das von Lorenz Mazat und Fukami, weil sie eben nicht besser sind als ein vermeintlich langweiliger Vortrag, sondern eher unauthentisch und holprig und gefühlt schlecht vorbereitet – so sachkundig die beiden auch sind.

Mehr amüsant fand ich die Session über Digital Natives im Journalismus – ohne einen einzigen Digital Native im Journalismus auf dem Panel. Das fanden sogar die Diskutanten selbst diskussionswürdig. Das Gespräch (dessen Titel im Nachhinein entsprechend umbenannt wurde) war trotzdem spannend, keine Frage – aber ich glaube es hätte noch bereichernder sein können, wenn der viel zitierte Native mit auf der Bühne gesessen hätte.

Eine U30-Konferenz?

Gerade die Nachwuchsperspektive finde ich besonders interessant – schließlich reden alle über die Zukunft des Journalismus und der Internetlandschaft und schließlich sind es dann die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die nicht nur Konsumenten sondern auch Gestalter dessen sind.

Nur irgendwie wird so oft über sie, statt mit ihnen geredet – und reden irgendwo nur sie? Es gibt doch ausreichend junge Menschen, die etwas zu erzählen haben, die andere inspirieren können, die wirklich innovative Ideen haben. Die nicht mehr von „Neuen Medien“ und „diesem Internet“ reden, die noch nicht nur in starren Formaten denken. Klar, ein paar waren davon auch schon auf der rp13 – aber wie wäre es wohl, wenn eine ganze Internet-Konferenz nur von, mit, für unter 30-jährige Nachwuchsmenschen wäre?

Vielleicht ist die Idee völlig überflüssig, aber das findet man nur raus, wenn man fragt. Also: Was haltet ihr davon? Sinnvoll? Würdet ihr hingehen? Hättet ihr was zu erzählen? Wüsstet ihr jemanden, den ihr dort gern reden hören oder mit dem ihr diskutieren wollen würdet?

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