Survival of the twittest…Darwin für Journalisten

…es kursiert ja zurzeit dieses herrliche Video einer Pressekonferenz: in der Hauptrolle der stellvertretende Regierungssprecher Christoph Steegmans sowie in zahlreichen Nebenrollen diverse Hauptstadtjournalisten (die 15 Minuten lohnen sich – ich habe mich köstlich amüsiert).

Die Berliner Journalisten sorgen sich darum, benachteiligt zu werden, wenn sie „dieses Twitter“ nicht lesen und ein unheimlich gefasster und geduldiger Herr Steegmans versucht den Kollegen zu erklären, dass es ein ergänzendes Angebot ist und in ihrem eigenen Interesse sei es zu nutzen.

Die Hauptstadtjournalisten zeigen sich eher skeptisch bis ängstlich und etwas starrköpfig zum Thema Twitter, angesichts der Tatsache, dass der gute Herr Steegmans etwa drei Mal die sinngemäß gleiche Antwort geben muss.

Und ich sitze da und frage mich, ob es bereits überall in der Republik angekommen ist, nur bei den Kollegen in der Hauptstadt noch nicht: Dieses Social-Media-Dings, zu dem Twitter und Facebook zählen, das gehört so mehr oder minder mit zum Journalistenberuf.

Nein, eigentlich nicht, weil irgendwer gesagt oder bestimmt hat, dass es dazu gehört, sondern einfach, weil es unheimlich praktisch ist und hilft. Der Herr Stegmanns hat es schön formuliert: Es sollte Ihr eigenes Interesse sein, diese Dienste zu nutzen.

Klar können Sie jetzt bockig wie ein kleines Kind aufstapfen, Sie können sich auch laut drüber aufregen, Sie können sich dem starrköpfig verweigern und sagen, dass Sie ohne auskommen.

Aber es gibt andere Kollegen (und gar nicht mal nur junge Journalisten), die eben das nicht tun. Die dieses Social-Media-Dings fleißig nutzen. Und die haben dann einen Vorteil – egal wie viel Sie schreien und stapfen.

Sie könnten diesen Vorteil ja auch haben. Gut, er bedeutet mehr Arbeit, aber es nützt auch was. Aber wenn Sie nicht wollen…

…schlägt irgendwann ein urdarwinistisches Prinzip schlägt zu: survival of the fittest. Oder sollten wir in diesem Falle „twittest“ sagen…? Ich mag zwar nur ein Grünschnabel sein, liebe Kollegen, aber ein bisschen Konkurrenzdruck hat noch nie nie nie geschadet. Siehe: Evolution.

Gut, da hat man auch gesehen, dass welche das nicht überleben…

Trotzdem: es liegt in Ihrer eigenen Hand. Und anstatt geschlagene 15 Minuten eine Komödie mit dem stellvertretenden Regierungssprecher zu spielen, hätten Sie sich in der gleichen Zeit schätzungsweise fünf Twitter-Accounts anlegen können.

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