„It is the spectator, and not life, that art really mirrors“

Wenn die Kunst in Wahrheit den Betrachter spiegelt (das Zitat ist von Oscar Wilde aus „The picture of Dorian Grey“), dann passt die Ausstellung im red dot design museum besonders zu mir. Ich mag sie wegen der Kontraste zwischen alter Industriekultur und modernem Design, zwischen Pragmatismus und Kreativität. Ich mag sie wegen der Reizüberflutung, die dazu führt, einen Moment die Gedanken zum Schweigen zu bringen, weil man sich ganz darauf konzentrieren muss bloß keinen der vielen Eindrücke zu verpassen, zu übersehen. Eigentlich reichen zwei Augen nicht, um alles zu sehen. Man bräuchte mindestens vier…

Man darf dort zwar fotografieren, aber die Fotos leider nicht veröffentlichen. Erst fand ich das schade, aber da ich eigentlich sowieso nur empfehlen kann, die Ausstellung selbst anzuschauen, ist das vielleicht gar nicht so schlimm. Ich finde so viel Kreativität immer schrecklich inspirierend, wenigstens begeisternd.

Neben einer Dauerausstellung von besonders designten Alltagsgeräten – von der Badezimmeramatur, Küchenzeilen, Staubsauger, Sessel bis zum Schmuck und Hörgerät, gibt es eine temporäre Ausstellung mit den Gewinnern eines Design-Wettbewerbs zu Kommunikationsdesign, die ich eigentlich noch besser fand, weil außergewöhnlicher, origineller und authentischer.

Ein paar Schilderungen, die meine Begeisterung über die Kontraste vielleicht ein bisschen genauer beleuchtet (was das „selber sehen“ wohl kaum ersetzen kann):

  • roter Teppich, Spotlights, silberner Audi, hängend unter der Decke in einer alten Industriehalle der Zeche Zollverein
  • schimmernd weiße Badewannen und glänzende Wasserhähne vor  rostigen Stahl
  • geraffte, gold durchwirkte Stoffe vor alten Brennöfen
  • hunderte von design-Mappen, sodass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll – von kitschig barock, über elegantes weiß bishin zu
  • Mein Lieblings-Statement: „Wir haben gelernt. Krisen aller Art sind Herausforderungen, denen man sich leidenschaftlich stellen muss. Leidenschaft fordert auch den Mut, Dinge anders zu machen: Wir konzentrieren uns daher in unserem Geschäftsbericht auf das Wesentliche.“
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