Denn sie wissen nicht, was sie tun (sollen)

Wenn man diese Aussage liest und nicht weiß, worum es geht, hat man vielleicht erst einmal Mitleid. Armer Jemand, der du nicht weißt, wie du handeln sollst.

Wenn es sich aber bei diesem „Jemand“ um Universitäten handelt, die Masterplätze vergeben, endet mein Mitleid und Verständnis ehrlich gesagt.

Rückblick

Uni Münster, Sommer 2008:

Es wurden so viele Zulassungen verschickt, wie Master-Plätze im Fachbereich Biologie für das Winter-Semester vorhanden waren. Leider kamen aber nicht alle, die eine Zusage erhalten – in der Konsequenz konnten manche angebotenen Module nicht stattfinden, weil zu wenig Plätze belegt wurden

 

Uni-Münster, Sommer 2009:

Es wurden mehr Zulassungen verschickt, als Master-Plätze im Fachbereich Biologie für das Wintersemester vorhanden waren – man lernt ja vermeintlich aus seinen Fehlern.

Das Problem: Diesmal kamen tatsächlich (fast) alle Leute, die eine Zulassung bekommen haben.

Man sah die steigenden Zahlen immatrikulierter Studierenden und überlegte sich – abzuwarten.

Die Konsequenz zeigte sich im

 

Oktober 2009:

Zu wenige Plätze für zu viele Studierenden. Die Ergebnisse der Anwahlen für die Module der ersten beiden Semester vor Beginn der Masterarbeiten lösten Proteste aus: Ein Modul von sechs gewählten, ein halbes Semester frei, keine der Erst-Prioritäten. Sorge, die Regelstudienzeit nicht einhalten zu können.

 

Zwischendrin

Realisiere ich, dass anscheinend nicht nur  die Uni Münster Probleme hat.  In der Zeit Campus (Nr.6, Nov/Dez 09, S.30 f.) schreibt Philipp Schwenke über „Studenten im Nebel“. Dieser Artikel zeigt, dass nicht nur Studenten im Nebel stehen, weil sie nicht wissen, ob sie mit ihrem Bachelorabschluss einen Masterplatz bekommen, sondern auch die Universitäten im Nebel stehen, weil sie nicht wissen, wie viele Studenten sich wirklich einschreiben. Zwei Mal nicht wissen. Und eine Lösung für das Problem? Weiß anscheinend keiner.

 

Gegenwart

Das eigentlich Erschreckende kommt jetzt. Die gute Nachricht: Es gibt Professoren, die augenblicklich bereit waren, ihre Module doppelt oder parallel zu fahren. Mit anderen hat man sich zusammengesetzt und weitere Modulplätze oder – Angebote kreiert.

Es gab Veranstaltungen seitens der Fachschaft, die Studenten zu beruhigen, dass sie nicht die ersten sind, die nicht alle Module bekommen haben, ihr Studium aber trotzdem innerhalb der Regelzeit beenden werden. Aber plötzlich wollten sie keine Modulplätze mehr – neu geschaffene Modulplätze blieben unbesetzt.

Und das hinterlässt irgendwie den Eindruck, dass nicht nur Universitäten manchmal nicht, was sie tun soll(t)en, sondern auch Studierende anscheinend nicht wissen, was sie eigentlich wollen.

 

(Nur am Rande: es ist trotzdem irgendwie bezeichnend, dass sich erst reihenweise Studenten beschweren müssen, bevor etwas getan wird. Dass man – zumindest nach außen – erstmal abwartet, was passiert, obwohl man die Anzahl der sich einschreibenden Studenten steigen sieht. Und dass das „beruhigende“ Argument „anderen vor euch ging es auch schon so“ bei genauerer Betrachtung so beruhigend gar nicht ist – im Gegenteil)

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